Marie Meier: Funkenflug

Foto vom Buch "Funkenflug" neben einer Blumenvase

Worum geht es:

Dies ist die Fortsetzung von „Seelengrube“. In der futuristischen und extrem hierarchischen Stadt Arges will Jule aufsteigen und ihre magischen Fähigkeiten ausbauen, um ihre Love Interests aus der Sklaverei zu retten.

Wie ich es fand:

„Funkenflug“ ist, wie der Vorgänger, rasant und packend geschrieben. Man lernt die verschiedenen Schichten der hierarchischen Stadt Arges weiter kennen, von den Katakomben unter der Erde und den Drogenküchen in der Unterstadt bis zu den „Caela“, wo die Herrschenden leben. Marie Meier schafft es, diese Stadt durch viele kleine Details lebendig werden zu lassen. Ständig geschieht etwas, Hover Cars zischen umher, Kräne entladen Ladung oder Garküchen brutzeln, sodass sich beim Lesen der Eindruck einer pulsierenden Metropole ergibt.
Man erfährt mehr über die Monster, die Avatare und die Patrizier und die Machtverhältnisse zwischen ihnen, sowie über Jules geheime Schlüssel-Fähigkeit.

Inhaltlich stellt sich für Jule die Frage, ob sie sich der Rebellion anschließen will, und was einen Rebellen letztlich ausmacht. Jule hat für die hohen Ideale der Rebellen wenig übrig, ihr geht es nur um ihr persönliches Glück – und die Erkenntnis ist, dass sie gerade deshalb Rebellin werden muss, weil die herrschenden Verhältnisse ihrem Glück im Wege stehen. Das finde ich eine starke Aussage. Nicht jeder möchte aus Idealismus oder Mitleid mit anderen handeln, doch der stärkste Antrieb ist, für sich selbst etwas verbessern zu wollen, und gerade dadurch insgesamt etwas zu verändern, wodurch es für alle besser werden kann.

Wunderschön ist, wie hier Polyamorie gezeigt wird. Stark dieser Satz: „Du solltest mittlerweile begriffen haben, dass das eine das andere nicht ausschließt, Vögelchen. Tonya kann dich und mich lieben. Kestrel kann dich und Mikhail lieben. Mikhail kann problemlos dich und sich selbst lieben.“ Es gibt wholesome Szenen mit Zärtlichkeit zu dritt (zu viert, zu fünft …), in denen ganz viel Liebe und Nähe spürbar ist. Das ist eine wohltuende Abwechslung zu den Love Triangles oder der Fixierung auf eine Person, die sonst meist in Geschichten zu finden ist.

Fazit: Ein rasanter zweiter Band einer faszinierenden Science Fantasy-Reihe.

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