Freya Petersen: Die Mutter der Masken – Säure

Das Buch "Die Mutter der Masken" liegt auf einem Tisch neben einer Kaffeetasse.

Worum geht es:

In der Stadt Erzweiden gab es vor einigen Jahren einen Krieg der Menschen gegen Irrlichter und deren Obermonster, die Mutter der Masken. Diese erscheint besiegt und alles scheint friedlich. Doch der Schein trügt. Denn in der Stadt schwelen verschiedene Konflikte, z.B. zwischen Magischen und Nichtmagischen. Und auf einmal werden die Irrlichter wieder aktiv. 

In dieser Gemengelage versucht die Postbotin Olga, mit ihren Traumata klarzukommen und mit dem komplizierten Verhältnis zu ihrer Mutter, einer Kriegsveteranin. Doch ungewollt wird sie immer tiefer in die Konflikte hineingezogen. Insbesondere in die finsteren Pläne der Kommandantin der Stadtwache.

Kommentar:

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Das Worldbuilding ist hervorragend und die Autorin nimmt sich viel Zeit für dieses sowie für die Beziehungen der Charaktere. Die Gestaltung des Buches ist wunderschön. Grafiken, Zeitungsartikel und Auszüge aus Lehrbüchern und Touristenbroschüren machen Erzweiden lebendig. Das Setting ist eine spannende Mischung aus einer altertümlichen (jedoch nicht mittelalterlichen) Welt, in der es Spuren einer untergegangenen Hochtechnologie gibt. 

Was man als Vorteil oder Nachteil sehen kann, ist, dass die Handlung lange nur dahinplätschert und eher einen Slice of Life-Eindruck macht. Erst gegen Ende kommt der Konflikt so richtig ins Rollen. Das hat mich aber nicht gestört, da das Buch lebendig und pointiert geschrieben ist. Auch mochte ich, dass es so viele selbstverständlich queere Charaktere gibt, und wie die Beziehung zwischen Olga und ihrer Mutter gezeigt wird. Eltern-Kind-Beziehungen werden ja ansonsten eher selten in der Fantasy thematisiert, wenn dann glänzen die Eltern durch Abwesenheit oder das Verhältnis ist ausschließlich traumatisch. Hier hingegen wird eine Bindung gezeigt, die konflikthaft ist, aber doch auf einer tiefen Zuneigung beruht.

Allerdings bleibt offen, was genau der Interessengegensatz zwischen den Irrlichtern und den Menschen ist. Ich bin gespannt, ob das in den Folgebänden erklärt wird.

Fazit: Cooles Worldbuilding und zwischenmenschliche Beziehungen kombiniert zu einem Buch, das lange im Gedächtnis bleibt.

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