Swantje Niemann: Das Buch der Augen

Buchrezension

Zusammenfassung:
Die perfekte Lektüre für dunkle Herbstabende kurz vor Halloween. Das Buch ist nämlich ziemlich gruselig, es geht darum, dass Dämonen in unsere Welt eindringen und die Heldin sich diesen ebenso stellen muss wie ihrer Essstörung. (Das recht düstere Buch ist dankenswerterweise mit Inhaltswarnungen ausgestattet.)
Nachdem Renia an der Uni und in ihrer letzten Beziehung gescheitert ist, kehrt sie nach Berlin zurück, wo die Halluzinationen einer anderen Welt, die sie schon immer hatte, plötzlich höchst real werden. Sie schließt sich einer Gruppe von Dämonenjäger*innen an, die versuchen, die drohende Dämoneninvasion aufzuhalten.

Kommentar:
Schön fand ich den intelligenten und sarkastischen Schreibstil, die atmosphärischen Beschreibungen und die Repräsentation von queeren Figuren, insbesondere Frauenliebender Protagonistin. Super auch, dass das Erfahren von Misserfolgen, Orientierungslosigkeit und Leistungsdruck sowie psychische Erkrankungen thematisiert werden.
Man muss allerdings die Kröte von anscheinend grundlos bösen Dämonen schlucken, deren einziger Lebensinhalt die Jagd nach Menschen zu sein scheint. Solche grundlos bösen Monster in Geschichten kommen mir meist wie ein billiger und etwas fragwürdiger Deus ex Machina im umgekehrten Sinn vor. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja irgendwann eine Fortsetzung, wo die Existenz der Dämonen noch mehr erklärt wird? Aber auch so, ist das nur ein kleiner Wermutstropfen. Viel Spaß beim Lesen!

Ähnliche Beiträge

  • Queer*Welten Nr 14

    Queer*Welten Nr 14 enthält wieder einige Kurzgeschichten, Microfictions und einen Essay. Die Microfictions behandeln alle die Themenvorgabe „Nach dem Ende“, was gut zu dem Essay über postapokalyptische Geschichten passt. Zu den Kurzgeschichten: „Deep Space Testosterone Blues“ von Beau Maibaum dreht sich um das harte Leben von Arbeiter*innen auf einem Rohstoffplaneten und den Versuch von trans…

  • |

    Zwielicht Nr. 22

    Die Nr. 22 des Horrormagazins „Zwielicht“ bietet eine Mischung aus vielen Spielarten der unheimlichen Phantastik, von surreal und gruselig bis zu absurd und sogar lustig. Besonders gefielen mir: Maximilian Wust: „Tränen, Wasser und Muttermilch“ ist eine Geschichte um Abelard, der im 19. Jahrhundert im Grenzland zwischen Bulgarien und der Türkei Zombies jagt. Mir gefielen das…

  • Yola Stahl: Gezeitenruf

    Worum geht es: Das Setting ist an ein mittelalterliches Irland angelehnt, in dem es Fabelwesen wie Selkies und Drachen wirklich gibt. Muriel arbeitet als Ridare (eine Art Ritterin) für den König. Als der König erkrankt, will sie das Herz eines Drachen erbeuten, um ihn damit zu heilen. Sie heuert die Druvid Glenna an, um ihr…

  • Sameena Jehanzeb: Frozen, Ghosted, Dead

    Das Buch ist eine Mischung aus Thriller, Science Fiction und einer Liebesgeschichte zwischen zwei ungleichen Frauen. Die kreative und lebenslustige Niobe wird von einem Stalker verfolgt und ist auf die Hilfe der kühlen, mysteriösen Personenschützerin L angewiesen. Unweigerlich kommen die beiden Frauen sich näher. Doch welches Geheimnis verbirgt L? Jeder der Teile in diesem Genremix…

  • Zwielicht Nr. 20

    Vor kurzem habe ich „Zwielicht Nr. 20“ gelesen. „Zwielicht“ ist eine fortlaufend erscheinende Anthologie für Horror und düstere Phantastik. Ich kann aus eigenem Interesse sagen, dass darin nur sehr gute Texte erscheinen, denn in der kommenden Ausgabe wird auch eine Story von mir enthalten sein 😉  Aber mal ernsthaft: Die Texte in Nr. 20 hatten…

  • Kim Stanley Robinson: Das Ministerium für die Zukunft

    Worum geht es: Ein von der UN gegründetes Ministerium versucht, die Klimaschutzziele in die Tat umzusetzen, und scheitert zunächst am Unwillen von Staaten und Unternehmen. Mary, die Leiterin, wird vom Klimaaktivisten Frank entführt und unter Druck gesetzt, dass sie mehr tun müssten. Daraufhin greift das Ministerium insgeheim zu illegalen Aktivitäten gegen Klimaschäden und -Schädiger und…