E. R. Aranyos: Shapes of Diversity – In fremden Gewässern

Foto vom Buch "E. R. Aranyos: Shapes of Diversity – In fremden Gewässern" vor einer Zimmerpalme.

Worum geht es:

Der zweite Band einer Trilogie. Im vorigen Band hatte sich die Gestaltwandlerin Lena entschlossen, mit dem Gestaltwandler Evan ein Kind zu bekommen – obwohl Evan verheiratet ist und die Freundschaft zu Lenas bester Freundin und Geliebten Rebecca darüber zerbricht. 

Lena reist in die USA zu Evan, um mit ihm ein Kind zu zeugen. Dabei wiegt sie sich in Illusionen darüber, danach ein gemeinsames Familienleben zu haben. Vielleicht auch mit seinem Bruder Thomas, den sie ebenfalls lieb gewinnt. Diese Illusionen drohen, schmerzhaft zu zerbrechen. Denn Evan spielt nicht mit offenen Karten … 

Kommentar: 

Das Buch hat den Anspruch, neben der Unterhaltung über Neurodivergenz und toxisches Verhalten aufzuklären. Das gelingt auch. So wird geschildert, wie Lena immer weiter in eine ungesunde Abhängigkeit zu Evan gerät und wie er sie bewusst manipuliert. Dabei kommen Lenas ADHS und ihre frühere Traumatisierung zum Tragen. Dennoch versucht sie, was sie kann, um unabhängig zu bleiben. 

Es gibt in diesem Buch viele explizite Szenen, die markiert sind, sodass man sie bei Bedarf überspringen kann. Diese Szenen sind jedoch nicht nur zum Spaß da, sondern demonstrieren, wie über sexuelle Befriedigung eine Abhängigkeit erzeugt werden kann – und wie einvernehmlicher Sex in Nötigung übergehen kann, wenn offene Kommunikation und Konsens fehlen. Am Ende erklärt ein Nachwort die Verhaltensweisen der Charaktere noch einmal genau. Dieses Konzept ist, soweit ich weiß, einzigartig und ich finde die Idee super. Gut finde ich auch, dass Evan nicht nur als Bösewicht gezeigt wird, sondern sein Verhalten durch seine Vergangenheit erklärt wird, ohne es dadurch zu entschuldigen oder zu glorifizieren. 

Trotz der ernsten Thematik gibt es auch Spaß, Fantasy und Found Family-Szenen, als Lena Zeit mit den anderen Gestaltwandlern verbringt. Außerdem erfährt man einiges über die Natur und Tierwelt Floridas, da Thomas als Naturschützer arbeitet. 

Nur sprachlich ist meiner Meinung nach noch Luft nach oben. 

Fazit: Ein erotischer Fantasy-Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch aufklärt. 

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