Worum geht es:
Eteri ist eine Prinzessin des Reiches Andor. Um Frieden mit dem Nachbarland zu schließen, soll sie die dortige Prinzessin Zhōumèi heiraten. Das Problem: Zhōumèi ist im Krieg getötet worden. Eteri versucht, ihrer neuen Frau zu helfen, aus der Totenwelt zu entkommen. Das alles vor einem Hintergrund aus politischen Intrigen.
Was ich gut fand:
Das Buch spielt in einem eher ungewöhnlichen Fantasy-Setting mit einer ägyptisch und einer chinesisch anmutenden Kultur und entführt in eine ganz eigene Welt. Das Worldbuilding ist mit vielen Details ausgestaltet. Dabei ist das Buch atmosphärisch und poetisch geschrieben. Die Reisen von Eteri in die Unterwelt fand ich besonders toll, sie erinnern ein wenig an japanische Anime.
Die Liebesgeschichte zwischen Eteri und Zhōumèi ist angenehm unaufgeregt und mit Slow Burn geschildert. Es gibt keine offene Romantik oder Erotik, aber es wird subtil deutlich, wie die beiden zunehmend mehr füreinander empfinden.
Dabei gehören in der fiktiven Welt gleichgeschlechtliche Ehen und auch eine polyamore Heirat ganz selbstverständlich dazu. Niemand hat ein Problem mit einer Heirat von zwei Frauen, das Problem ist eher, dass die eine tot ist.
Schön fand ich auch, wie die Beziehung zwischen Eteri und ihren Geschwistern und ihre wachsenden Freundschaften mit Personen am Kaiserhof gezeigt werden.
Was ich nicht so gut fand:
Stellenweise plätschert die Handlung eher dahin und es passiert nicht viel, insbesondere im Mittelteil. Sprachlich werden hin und wieder Wörter verwendet, die nicht so recht zu passen scheinen.
Das größte Manko finde ich, dass man nur das Leben der Königshäuser gezeigt bekommt. Ich hätte mir gewünscht, mehr vom Leben der normalen Bevölkerung zu sehen. Gerade im Hinblick darauf, dass diese gegen Ende eine größere Rolle spielt, hat mir das vorher im Aufbau gefehlt. Mir fiel es teilweise schwer, mit den Figuren Sympathie zu haben, da sie alle von der Ausbeutung ihrer Untertanen leben und sich wenig darum scheren. Andererseits zeigt der Roman auch die Konsequenzen, die das nach sich zieht.
Fazit: Ein poetisch geschriebener sapphischer Fantasy Roman in einem ungewöhnlichen Setting.