Queer*Welten 15

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In dieser Ausgabe der Queer*Welten gibt es wieder einige Kurzgeschichten sowie Microfictions mit dem Thema „Heiter scheitern“ und einen Essay.

Zu den Kurzgeschichten:

„Die Hummel“ von Carina Zacharias hat mir gut gefallen. Es geht um Insektensterben, Einsamkeit und prekäre Arbeitsverhältnisse. Besonders pikant: Die Angestellten müssen im Akkord Texte prüfen, ob diese von KI geschrieben wurden – bis auch das Prüfen von KI übernommen wird. Allerdings verstehe ich nicht, weshalb ein Staat Pflanzen und Insekten absichtlich vernichten sollte.

„Ein ganz normaler Mensch“ von Hagen Geyer ist als Protokoll einer Therapiesitzung geschrieben, was mir gut gefiel.

„Die Pflicht, alt zu werden“ von Lian Ay Gee stellt sich mit einem rasant geschriebenen Dimensions-Reise-Setting der existenziellen Frage, ob man Widerstand gegen widrige Verhältnisse leisten oder fliehen sollte. Allerdings nervt mich, wie hier alles, was jemand nicht mag, als „Faschismus“ bezeichnet wird, was diesen Begriff sinnentleert. Und wenn die Figuren „unverhältnismäßige Polizeigewalt“ bemängeln, gibt es etwa auch verhältnismäßige?

„Kinderladen“ von Jol Rosenberg: Berührende Geschichte über Traumabewältigung und Elternschaft. Gut gefiel mir, dass hier lernbehinderte Figuren respektvoll gezeigt werden.

„Fiktionale mit Frosch und Rosskastanie“ von Chris Balz hat Spaß gemacht und ist herrlich skurril.

Der Essay „Die Menschheit soll sich im All verwurzeln“ von Judith C. Vogt behandelt Weltraumreisen aus marginalisierter Perspektive. Einige interessante Punkte, aber ich konnte mit der Esoterik („Gott ist Wandel“) nichts anfangen und mir blieb vieles zu vage.

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